So kann Bad Arolser Schule Strom machen


Bad Arolsen. Gibt es demnächst Strom-Lieferverträge mit der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen? 

Solarstrom vom Dach der Christian-Rauch-Schule, der in zehn Ladestationen für Elektroautos und zum Verbrauch in der Schule genutzt wird: Dieses von der Arbeitsgruppe „Grüne CRS“ verfolgte Ziel scheint in greifbarer Nähe zu sein. 

Das wird gerade unternommen

Beim zweiten Informationstag skizzierten Experten des Kreises, der Energie Waldeck-Frankenberg, der Uni Kassel und vom Bürgerforum Energieland Hessen, wie das Vorhaben verwirklicht werden kann. Momentan läuft eine vom Landkreis in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, auch die Stadt Bad Arolsen ist daran nach Auskunft von Dr. Jürgen Römer (Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis) beteiligt. 

Dabei geht es um Verkehrsströme, den Bedarf und Stimmen aus der Bevölkerung. Eine Umfrage zum Thema läuft noch bis Ende Juni. Das Bundesverkehrsministerium finanziert die Studie zum Ausbau der Elektromobilität, an der sieben nordhessische Landkreise beteiligt sind.

Dann liegen Ergebnisse vor

In der ersten Sommerferienwoche wird das Ergebnis der Machbarkeitsstudie in Bad Arolsen erwartet, wie der in der Projektgruppe der CRS engagierte Lehrer Werner Sostmann berichtete. Sieben Firmen sind bereits angeschrieben worden. Bei der Studie geht es unter anderem um die Statik und den Brandschutz. 

Schließlich wird noch geklärt, ob von Dächern oder Solar-Carports auf dem Schülerparkplatz Strom geliefert werden soll. Zwei Betreibermodelle werden betrachtet: Zum einen die Beauftragung eines privaten Investors und Betreibers, der die Dachflächen pachten würde. Favorisiert wird jedoch ein eigenes Betreibermodell. Zu klären wäre dann auch die Finanzierung, wobei aus dem Verkauf von Strom Erlöse erzielt werden. Eltern, Lehrer und Schüler wären dann eingebunden. 

Wer fährt Elektroauto?

Sostmann räumte ein, dass viele Informationen eingeholt werden müssen, die von dem Bau über die Finanzierung bis zum Betrieb reichen. Von den 80 Lehrern pendeln 40 bis in den Kasseler Raum; Potenzial wäre vorhanden. Auch die Zustimmung zu Stromautos ist laut Umfrage des Arbeitskreises der CRS mit drei Viertel der Lehrerschaft recht groß. 

Dennoch müsse „missioniert“ werden, sagte Sostmann. Das Interesse an dem Thema hielt sich bei der Präsentation am Donnerstag in Grenzen.

Interesse nimmt zu

Indessen machte Dipl.-Ing. Ralf Hachmeyer von der EWF deutlich, dass das Interesse an E-Mobilen zunehmen werde, auch wenn derzeit im Landkreis gerade 106 Stromautos gemeldet seien und die EWF-Ladestationen sich nicht lohnten. Beeindruckt von dem Engagement äußerten sich Dr. Christina Grebe von der Uni Kassel und Matthias Wangelin vom Bürgerforum Energieland Hessen – sie alle wollen das Projekt unterstützen. 

Begeistert von dem Vorhaben äußerte sich Wolfgang Fromm vom Elternbeirat. So sei das Projekt für die Schüler lehrreich. Zweifel an der ausreichenden Resonanz auf das Solarstrom-Angebot hegt der technikbegeisterte Elternvertreter nicht: Als 1914 die Edertalsperre mit den eingebauten Stromturbinen in Betrieb genommen worden sei, habe es kaum Bedarf gegeben. Doch dann sei die Nutzung der Elektrizität unter anderem in der Landwirtschaft doch merklich gestiegen. 

(Quelle: wlz-online.de, September 2017)

Arolser Schüler Bereit für die Zukunft mit Elektroautos

Sie freuen sich auf moderne Elektroautost: Bei der Podiumsdiskussion der Bad Arolser Schulen zum Thema E-Mobilität diskutierten von links Kevin Gardenka, Dieter Appelt von der VW-Planungsabteilung in Baunatal, Bürgermeister Jürgen van der Horst, Peter Bielig von der Energie-Waldeck-Frankenberg, Matthias Schäpers, SMA-Umweltbeauftragter, Jörg Vogel von der Bürgerinitiative gegen Windkraft im Stadtwald, Katharina Sandhänger. Auf dem Foto fehlt Dr. Peter Moser von der Universität Kassel.  

Bad Arolsen. Sind in zehn Jahren nur noch Elektro-Autos unterwegs? – Gibt es überhaupt genug Rohstoffe für die vielen Akkus? – Wo kommt der Strom für all die neuen E-Autos her? – Und wo kann man die Autos aufladen?

Antworten auf diese und weitere Fragen zur Elektromobilität gab es bei der von Christian-Rauch- und Kaulbach-Schule gemeinsam veranstalteten Podiumsdiskussion in der Schulturnhalle an der Großen Allee.

Zur Einstimmung auf das Thema hatten die Schüler eine Ausstellung vorbereitet, bei der viele Aspekte der aktuellen Diskussion anschaulich dargestellt wurden. vor allem gab es einige der bereits auf dem Markt verfügbaren Elektroautos zu bestaunen, unter anderem zwei schicke Teslas, aber auch Hybrid-Lösungen von Volkswagen. Der Bad Arolser Fahrradhändler hatte ein Auswahl aktueller Pedelecs mitgebracht und auf dem Schulhof für Probefahrten bereitgestellt.

Die Podiumsdiskussion am frühen Abend verfolgten dann immerhin noch rund 150 interessierte Schüler, Eltern und Lehrer. Schließlich unterhielten sich auf dem Podium eine Reihe ausgewiesener Experten zum Thema Elektromobilität: Dieter Appelt leitet die für Elektroantriebe zuständige Planungsabteilung im VW-Werk in Baunatal berichtete, dass Volkswagen sich schon seit Jahren intensiv mit dem Thema beschäftige.

Während aktuell noch Elektroantriebe in vorhandene Modellreihen eingebaut würden, sei nun auch die Entwicklung eigener Modelreihen mit Elektroantrieben in vollem Gange. Die neuen Fahrzeuge kämen naturgemäß mit deutlich weniger Bauteilen aus und böten deutlich mehr Platz im Innenraum.
Während der Elektromotor seit 100 Jahren bekannt sei und eigentlich nur weiterentwickelt werden müsse, liege die wahre technische Herausforderung in der Lade- und Steuerungstechnik, verriet Matthias Schäpers, der nachhaltigkeits- und Umweltbeauftragte der Kasseler Firma SMA Solar Technology.

Für die Energieversorger wie die Energie Waldeck-Frankenberg stellt die zu erwartende, größere Strom-Nachfrage für Heiztechnik und E-Mobilität eine weitere Herausforderung dar. Peter Bielig, bei EWF für Netzwirtschaft zuständig erklärte, dass die Stromnetze ursprünglich für ein anderes Versorgungskonzept vom Großkraftwerk zu den Kleinverbrauchern ausgelegt gewesen seien. Künftig gelte es, den Strom von vielen dezentralen Kleinerzeugern an ganz neue Verbraucher, unter anderen Akku-Puffer zu liefern. Dazu würden clevere Netze (Smart Grids) mit cleveren Zählern (Smart Meter) benötigt.

Dr. Peter Moser vom Institut für dezentrale Energietechniken der Universität Kassel zeigte sich optimistisch, dass die heute noch weit verbreiteten Ablehnungsgründe gegen Elektroautos schon bald aus der Welt geräumt seien.

Die Reichweiten würden denen von Verbrennungsmotoren immer ähnlicher, die Infrastruktur der Ladestationen werde dichter und die Preise würden sicher fallen.